Doris Ida Kohlbacher (Dorko)


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Passauer neue Presse (PNP) vom 29. Mai 2008

Kraftvolle Dynamik von Farbe und Form

Hannelore G. Pritzl und Doris Ida Kohlbacher stellen in Rathsmannsdorf aus

Ludwig Schmidlehner, Prof. Gerhard Waschler, Doris Ida Kohlbacher, Hannelore G. Pritzl, Robert Reschkowski, Anton Schmid

(Foto: Wildfeuer)

 

Von Theresia Wildfeuer
Rathsmannsdorf. Eine Ausstellung ausdrucksstarker, farbenreicher, expressionistischer Bilder von Hannelore G. Pritzl aus Salzweg und Doris Ida Kohlbacher aus Passau, die auch Skulpturen zeigt, hat Anton Schmid, Vorsitzender des Fördervereins Alte Kirche St. Ulrich in Rathsmannsdorf unter dem Thema „Traum und Wirklichkeit“ eröffnet. Die Laudatoren MdL Gerhard Waschler und Robert Reschkowski, Ausstellungskurator in Düsseldorf, würdigten auf der Vernissage die Werke der Künstlerinnen.

 „Zwischen Traum und Wirklichkeit“, der Titel einer Arbeit von Doris Ida Kohlbacher, sei ein Thema, das seit der Antike die Menschen bewege, sagte Gerhard Waschler vor rund 50 Kunstfreunden aus Stadt und Landkreis, darunter Regierungsdirektor Klaus Froschhammer, Georg Krenn, Bürgermeister von Vilshofen und Künstlern. Das Thema komme in der Odyssee und griechischen Mythologie, in Märchen oder Fantasy-Geschichten bis hin zu Harry Potter sowie in Musik, Schauspiel oder Film zum Ausdruck.

Doris Ida Kohlbacher will mit ihren Exponaten zu neuen Gedankenwegen inspirieren, Lebensfreude und Kraft vermitteln, wie Paul Klee das Unsichtbare sichtbar machen. Sie lasse sich dabei von ihrer Vorstellung von Harmonie und Ausdruck leiten, erläuterte Waschler. Kennzeichen ihres Erfolgsrezepts sei, diese in Formen und Farben zu verdeutlichen. Hannelore G. Pritzl überlässt dagegen nichts dem Zufall. Wie Paul Cezanne sieht sie die Natur als Harmonie, die parallel zur Natur verlaufe. Für sie sei Malen einer der vielen Wege zur Kommunikation, unterstrich Waschler. Er hob die Vielfalt an künstlerischem Ausdruck hervor.

Waschler gratulierte den Künstlerinnen zu ihren gelungenen Werken und betonte das Engagement der Veranstalter. Landrat Franz Meyer, der die Ausstellung bereits vorher besichtigte, habe sich ausdrücklich zum Kulturstandort Rathsmannsdorf bekannt, versicherte Waschler. Kulturförderung sei dem neuen Landrat und auch ihm ein wichtiges Anliegen. Aus dem Kulturfonds für Niederbayern flossen in den vergangenen zehn Jahren rund acht Millionen Euro an Fördermitteln in die Region.

Robert Reschkowski nannte es eine „besondere Freude“, eine Vernissage „in diesem sakralen Ort, einer säkularisierten Kirche, die immer noch etwas Sakrales ausstrahlt“ zu gestalten. Er sah in den Bildern von Hannelore Pritzl, die als Sujet Klavier, Geige oder Noten verwendet, Elemente des Kubismus, einer Stilrichtung der modernen Malerei im frühen 20. Jahrhundert. Auch Doris Ida Kohlbacher stehe mit ihrer Kunst in der Tradition des Expressionismus, eine der wichtigsten Strömungen des 20. Jahrhunderts und Gegenbewegung zum Impressionismus, die Form und Farbe befreit habe. Expressionistische Künstler seien wie Doris Ida Kohlbacher von inneren seelischen Kräften und Emotionen bewegt. Bei ihr begegne den Betrachtern das Ineinandergreifen von Hell und Dunkel, Spitzem und Stumpfem, Mann und Frau, eine kraftvolle Dynamik, wie sie auch bei gotischen Kirchenfenstern zu finden sei. Ihre Kunst bewege und tröste. „Ihre Bilder ergreifen uns und selbstvergessen hängen wir unseren Träumen nach“, sagte der Laudator. Auch der Ausstellungstitel sei glücklich gewählt, lobte Reschkowski. Vieles beginne mit einem Traum. Gerade Künstler bedienten sich der Traumsymbolik. Sie seien die Schnittstelle zwischen Traum und Wirklichkeit. Doris Kohlbacher und Hannelore Pritzl versuchten in ihrer Kunst den Spagat zwischen Wirklichkeit und märchenhaftem Traumgeschehen. Er unterschied zwischen dem Wirklichen, Realen und dem Idealen.

Kunst kenne keine Grenzen, sagte Anton Schmid, Vorsitzender des Förderkreises Alte Kirche St. Ulrich in Rathsmannsdorf. Sie sei wie ein Netzwerk, das Freunde über die Grenzen hinaus verbinde. Didier Hitthaler umrahmte die Vernissage mit musikalischen Beiträgen am Keyboard. Die Ausstellung ist bis 22. Juni jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung (08546/10 18) zu sehen.

 

 

(Foto: Wildfeuer)

   
   
 

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